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Michael Diemetz

Ich werf‘ mein Seil weg und kauf‘ mir ‚ne Angel

Verrückte Klettergeschichten

 

Verlag Michael Diemetz

172 Seiten

Erscheinungsdatum: 19. 12.2017

 

Wie kommt ein höhenangst-geschädigter Berliner Ende der 70er Jahre zum Klettern und begeistert dann auch noch seine Freunde dafür? Was passiert wohl, wenn alle keine Ahnung von dem haben, was sie da tun? Was, bitte, ist Schmelzkäse-Eis, ein Antigravitationsgürtel oder eine Laschentampe? Wie hält man es bei -21°C ohne Schlafsack in den Bergen aus? Und wozu braucht man als Kletterer ein Stierkampf-Training?

 

Der 1960 geborene Berliner Michael Diemetz hat im Alter von 19 Jahren trotz oder gerade wegen seiner Höhenangst angefangen zu klettern und ist dieser Passion bis heute treu geblieben. Seine eigenen verrückten Erlebnisse hat er in seinen beiden ersten Büchern "Splittergruppe Luginsland 1 - Verrückte Klettergeschichten aus der DDR" und "Splittergruppe Luginsland 2 - Verrückte Klettergeschichten grenzenlos" niedergeschrieben.

 

In seinem dritten Buch erzählt Michael Diemetz diesmal die verrückten Geschichten von 9 Co-Autoren, die diese beim Klettern erlebt haben. Viele davon spielen im Elbsandstein- und Zittauer Gebirge. Aber auch in Adersbach, im Harz, im Frankenjura, in den Greifensteinen, den Alpen, den Dolomiten, der Verdon-Schlucht, in Arco, in der Hohen Tatra und in den USA. Und sie sind auf jeden Fall auch für Nichtkletterer interessant.

 

Auszug:

Wir waren an den Greifensteinen klettern, genauer gesagt am Turnerfelsen, und eine andere Klettergruppe hat am gleichen Gipfel den Herbstweg gemacht, eine VIIa, Rotpunkt VIIb. Da kam irgendein junger Kerl mit dem Moped gefahren, im Blaumann und mit Gummistiefeln, der sah aus wie ein Viehtreiber frisch von der Weide. Das war sowieso zu dieser Zeit aufmerksamkeitserregend, weil man ja eigentlich gar nicht direkt an die Felsen heranfahren durfte. Der fuhr also zu dieser Truppe, die am Herbstweg kletterte, stieg vom Moped, lautstarke Begrüßung und dann brüllte der hoch: „Schmeiss' mir mal 'nen Seilende runter!“ Nanu, dachte ich mir noch, wozu soll denn das gut sein? Der hat doch kein Gurtzeug und keine Kletterschuhe, aber wahrscheinlich hat der etwas für die mitgebracht, was die dann am Seil hochziehen können. Aber nein, der band sich direkt ins Seilende ein und rannte diesen Weg als VIIb hoch. In Gummistiefeln! Das war ernüchternd. Vor allen Dingen, weil ich kurz vorher an einem weitaus einfacheren Weg ganz schön herumgekrampft hatte. Aber MIT Gurtzeug und Kletterschuhen. Schon hier überlegte ich, ob ich denn nicht lieber mein ganzes Kletterzeug weggeben und mir eine Sportart suchen sollte, die besser für mich geeignet war. Auf Anhieb fielen mir solche mitreißenden Betätigungen wie Dressurreiten oder Synchronschwimmen ein. Oder doch lieber Hallenhalma, vielleicht sogar Unterwasserteebeutelweitwurf?

Kurze Zeit später am Seekofel, ich kletterte am „Dicken Ende“, das war damals eine IV. Und wieder hatte ich da ganz schön zu kämpfen. Direkt daneben ging eine V hoch, die Südwand, in der überholte mich einer, der kletterte free solo. Na gut, wer kann, der kann, dachte ich mir. Aber der Typ hat dort eine Fünf ohne jede Seilsicherung gemacht und dabei ein Eis gegessen! Das war niederschmetternd! Jetzt stand mein Entschluss fest: Wenn ich wieder unten bin, dann werf' ich mein Seil weg und kauf' mir 'ne Angel!

 

 

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